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Die Werkstätte F. Arthur Uebels

Ein bedeutendes Kapitel des deutschen Klarinettenbaus

Ansetzerei der Firma F. Arthur Uebel, Markneukirchen, undatiert.

Der Holzblasinstrumentenmacher Friedrich Gustav Uebel (1855-1915) erlernte sein Handwerk in Erlbach sowie bei dem renommierten Klarinettenhersteller Kruspe in Erfurt. Im Jahre 1878 gründete er seine eigene Firma, die ab 1880 in Wohlhausen bei Markneukirchen ansässig war und insbesondere durch die langjährige, intensive Zusammenarbeit mit dem Berliner „Altmeister“ Oskar Oehler überregionale Bedeutung erlangte. Bereits ab 1888 bestanden ein reger Austausch und eine Zusammenarbeit zwischen Uebel und Oehler, für dessen Werkstatt Friedrich Gustav unter anderem Klappenansetzarbeiten sowie die Produktion halb fertiger Klarinetten übernahm. Darüber hinaus war Friedrich Gustav Uebel um 1900 an der Erfindung von Oehlers prominenter Gabel-f2-Mechanik und weiteren instrumentenspezifischen Verbesserungen beteiligt.

Friedrich Arthur Uebel (1888-1963) war der zweite Sohn von Friedrich Gustav und gründete am 2. September 1936 eine eigene Werkstätte in Markneukirchen, nachdem er 1911 direkt mit Oskar Oehler in Berlin als Volontär zusammengearbeitet hatte. Der Meisterschüler des 1936 verstorbenen Oehler übernahm im selben Jahr dessen Kundenstamm, um die Fortsetzung der erstklassigen Fertigung von Klarinetten im Oehler-System weiterhin zu gewährleisten und zahlreiche Verbesserungen hinsichtlich des Klappensystems umzusetzen. Uebel selbst notiert in seinem Katalog von 1936:

„Seit mehr als 30 Jahren habe ich dem Bau von Oehler-Klarinetten meine besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Ich war vor dem Kriege selbst Schüler des verstorbenen Altmeisters Oehler und habe in den langen Jahren meiner Berufspraxis meine erworbenen Kenntnisse praktisch bestens verwerten können. Klarinetten System Oehler werden in meinen Werkstätten mit Liebe und Sorgfalt unter meiner persönlichen Leitung hergestellt und vor Versand gründlich geprüft. Auf reine Stimmung, leichte Ansprache und auf ein tadelloses Arbeiten des Mechanismus wird selbstverständlich allergrößter [sic] Wert gelegt.“

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Erstklassige Klarinetten aus Markneukirchen
F. Arthur Uebel clarinet maker

Ein Ereignis, das für die Anfangsjahre der Firma von besonderer motivierender Bedeutung war, ist die Teilnahme an der internationalen Weltausstellung in Paris 1937, bei der Uebels Klarinetten und Bassklarinetten mit dem „diplôme d'honneur“ ausgezeichnet wurden. In Markneukirchen setzte die Firma die Produktion erstklassiger Klarinetten unter dem Signum F.A.U. fort und galt – trotz der politisch kritischen Umstände des Dritten Reichs, des Zweiten Weltkriegs und des Sozialismus – im zweiten Drittel des 20. Jahrhunderts als bedeutendste deutsche Klarinettenbauwerkstätte mit einer erstklassigen Belegschaft aus Facharbeitern und Spezialisten. Klarinettisten und Hochschullehrer wie Karl Schütte, Willy Schreinicke, Ewald Koch oder Oskar Michallik zählen zu den berühmteren F. Arthur Uebel Künstlern dieser Zeit.

Das obenstehende Portrait zeigt Friedrich Arthur Uebel. (Quelle: Betriebsführer aus der Musikinstrumentenindustrie, in: Die Unterhaltungsmusik Nr. 2658 vom 26. 11. 1936, S. 1519)

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Kunsthandwerkliche Vollendung
F. Arthur Uebel clarinet makers

Aus dem Kreis der Mitarbeiter verdient der aus Wohlhausen stammende Max Schnabel (1893- 1979, Bild links gemeinsam mit dem Kammermusiker Schmitz aus Hannover, um 1940) besondere Erwähnung, oblag ihm als Stimmer doch letztlich die kunsthandwerkliche Vollendung der Instrumente, was ihn zum Ansprechpartner für die individuelle Zusammenarbeit mit Künstlern und damit zum primären Qualitätsgaranten des Hauses Uebel machte. Die im Vogtland geschaffenen Klarinetten haben internationale Anregungen und Maßstäbe gesetzt, sodass die Firma F. Arthur Uebel gemeinsam mit der Leistung Oskar Oehlers zu Recht als Ausgangspunkt des neuzeitlichen deutschen Klarinettenbaus angesehen werden darf.

Für die hier dargestellten Informationen und das Bildmaterial möchten wir uns auf das Herzlichste bei Dr. Enrico Weller bedanken, der mit seinen umfangreichen Artikeln und Recherche zu Uebel einen wichtigen musikhistorischen Beitrag geleistet hat. Gerne verweisen wir auf seinen in 'rohrblatt erschienenen Artikel:

Weller, Enrico: Erste Adresse des deutschen Klarinettenbaus - Geschichte Bedeutung und Entwicklungsleistungen der Markneukirchener Holzblasinstrumentenwerkstätte F. Arthur Uebel, in: 'rohrblatt 8 (1993), S. 142-146; 9. (1994), S. 52-60.

Das Team

Zwischen Tradition und Innovation –
86 Jahre F. Arthur Uebel

Wer wir sind

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Jörg Thümmler

 Holzblasinstrumentenbauer

1980 begann ich die Lehre bei der Firma Oskar Adler & Co. als Fagottbauer. Diese habe ich 1982 erfolgreich abgeschlossen. 1989 – 2006 arbeite ich für die Firma Schreiber & Söhne, heute Buffet Crampon, zuständig für den gesamten Bereich Holzblasinstrumente und Galvano. 2007 – 2013 war ich selbständig mit eigener Firma als Reparateur für Holzblasinstrumente. 2013 kam ich dann zur Arnold Stölzel GmbH und übernahm die Leitung der F. Arthur Uebel GmbH in Markneukirchen.   

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Eduard Nagel

Hozblasinstrumentenbaumeister

Meine Ausbildung zum Holzblasinstrumentenmacher begann 1978 bei Herbert Wurlitzer und arbeitete anschließend viele Jahre in seiner Werkstatt und machte in dieser Zeit auch die Meisterprüfung.
2004 zog ich nach Bamberg und arbeitete bis 2021 bei Schwenk & Seggelke.
Die Erfahrung meiner beruflichen Laufbahn bringe ich jetzt bei FAU in ein Team mit ein und freue mich über diese Herausforderungen.

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Andreas Grimm

Techniker

Nach Abschluss meiner Ausbildung 2003, zog es mich für kurze Zeit in die Welt der Musikinstrumente. 

Zwischen 2007 und 2009 war ich bei Schreiber und Keilwerth (heute Buffet Crampon), als Mitarbeiter für Konstruktion und Produktentwicklung tätig.

Seit 2018 bin ich Teil der Uebel-Familie und bin für die Konstruktion/Entwicklung, Programmierung und den Werkzeugbau zuständig. 

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Éric Leclerc

Hozblasinstrumentenbaumeister

Ich begann meine Ausbildung bei Leblanc Paris im Oktober 1981, anschließend arbeitete ich ab 1989 bei Buffet Crampon und zog im Jahr 1996 nach Oslo. Ich studierte Klarinette und Bassklarinette an den Konservatorien von Metz und Ville de Paris und spielte als Aushilfe in vielen Sinfonieorchester, hauptsächlich Bassklarinette.

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